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30 Grad, „Glühwein Spritz“ und jede Menge Schneefräsen

  • vor 12 Minuten
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Kammerer Winterfreuden mitten im August – 1. Schneefräsentreffen war ein Erfolg


Kammer. Wer vor wenigen Tagen bei rund 30 Grad Außentemperatur durch Kammer fuhr, dürfte sich zunächst gewundert haben. Vor dem Gasthaus zur Post standen Schneefräsen. Daneben Schneehexen, Schneeschaufeln und zwei riesige Schneemänner. Eine Schneekanone war ebenfalls aufgebaut. Und als wäre das alles noch nicht winterlich genug gewesen, gab es sogar Glühwein, Bosna und Plätzchen. Auf dem Gelände des Gasthauses zur Post fand das erste Schneefräsentreffen statt.


Während andernorts bei diesen Temperaturen allenfalls der Ventilator auf Hochtouren läuft, wurden in Kammer die Motoren von rund 35 Schneefräsen gestartet. Schon am Vormittag reisten zahlreiche Dorfbewohner und Teilnehmer mit ihren Geräten an. Unter den ausgestellten Maschinen waren nicht nur aktuelle Modelle, sondern auch einige echte Schätzchen. Die mit annähernd 50 Betriebsjahren dienstälteste und funktionsfähige Fräse aus dem Jahr 1977 vom Typ Aebi zog dabei viele Blicke der „Kenner“ auf sich. Sogar einige kommunale Schneefräsen fanden sich unter den Ausstellungsstücken.


Für Ordnung und Übersicht war ebenfalls gesorgt. Jede ausgestellte Fräse erhielt ein eigenes Schild auf dem unter anderem Hersteller, Herkunft und Alter dokumentiert wurden. Schließlich sollte jeder wissen, mit wem oder besser gesagt mit welcher Maschine er es zu tun hatte. Auch Schneehexen und -Schaufeln waren ausdrücklich willkommen und wurden entsprechend in die Ausstellung aufgenommen.


Nur bei der Kleiderordnung zeigte sich deutlich, dass der Veranstaltungstermin eher dem August als dem Januar zuzuordnen war. Hawaiihemd, kurze Hose und Badelatschen dominierten das Bild. Winterstiefel und dicke Jacken blieben dagegen weitgehend im Schrank.


Für das richtige Ambiente sorgte unter anderem die Skiabteilung der DJK Kammer. Extra für das Treffen wurde eine Schneekanone aufgebaut. Zwei aufblasbare Schneemänner mit acht beziehungsweise zwei Metern Höhe übernahmen derweil die optische Wegweisung und machten das ungewöhnliche Treiben schon von weitem sichtbar. Ein Wintermärchen mitten im Hochsommer – nur eben ohne Schnee.


Auch zwei Schneefräsenhändler waren mit Ausstellungsstücken vertreten und ließen sich ebenso wie einige Mitglieder des MSC Ruhpolding das ungewöhnliche Treffen nicht entgehen. Fachgespräche über Motoren, Technik und die richtige Schneeräumstrategie gehörten selbstverständlich dazu. Und mancher Besitzer ließ es sich nicht nehmen, seine Fräse gleich einmal vorzuführen. Schließlich will eine Schneefräse auch im Sommer wissen, warum sie eigentlich gebaut wurde.

Spätestens zur Mittagszeit verlagerte sich das Geschehen zunehmend in den Gastgarten des Gasthauses zur Post. Der war bereits bis auf den letzten Platz belegt. Über den gesamten Tag hinweg herrschte reges Kommen und Gehen. Rund 150 Besucher und Teilnehmer dürften nach Einschätzung der Organisatoren insgesamt nach Kammer gekommen sein.


Auch kulinarisch wurde einiges geboten. Neben den Spezialitäten des Gasthauses gab es Bosna und hausgemachte Plätzchen. Makronen, Nussecken und Spritzgebäck erfreuten sich dabei mindestens ebenso großer Beliebtheit wie die ausgestellten Maschinen. Und natürlich durfte bei einem echten Schneefräsentreffen der Glühwein nicht fehlen.


Allerdings hatten die Organisatoren auch hierfür eine sommerliche Weiterentwicklung parat: den „Glühwein Spritz“. Eine Kombination, die bei 30 Grad zunächst vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig klingt, bei den Gästen aber überraschend gut ankam. „Uns ist aufgefallen, dass Schneefräsen eigentlich im Sommer auch mal bewegt werden müssen – und schon war die Idee geboren“, erklärt Andreas Haitzer vom Organisationsteam die Entstehungsgeschichte des Treffens.


Was als spontane Idee begann, entwickelte sich schnell zu einem außergewöhnlichen Publikumsmagneten. Rund 35 Schneefräsen, unzählige Schneehexen und ebenso viele Schneeschaufeln waren mit ihren Besitzern vertreten. Vom historischen Liebhaberstück bis zur kommunalen Arbeitsschneefräse gab es jede Menge Technik zu bestaunen – und natürlich reichlich Gelegenheit zum Fachsimpeln.


Dass dabei niemand ernsthaft auf Schnee hoffen musste, war vermutlich sogar ein Vorteil. So konnte man die Maschinen in aller Ruhe betrachten, ohne dass gleich jemand auf die Idee kam, sie tatsächlich einsetzen zu wollen. Am Ende waren sich Organisatoren und Besucher einig: Der erste Versuch ist gelungen. Das Kammerer Schneefräsentreffen hat gezeigt, dass man für Winterstimmung weder Minusgrade noch Schnee braucht. Ein bisschen Technikbegeisterung, Gemeinschaftssinn, Humor und ein guter „Glühwein Spritz“ reichen offenbar völlig aus.


Und deshalb dürfte das Schneefräsentreffen in Kammer künftig einen festen Termin bekommen. Eine Neuauflage im kommenden Jahr ist bereits geplant. Ob dann wieder 30 Grad herrschen, bleibt abzuwarten. Sicher ist allerdings: Die Schneefräsen und ihre Freunde werden wiederkommen.


Text/Bild: Hubert Hobmaier



 
 
 

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