45 Blaumeisen und Spatzen erobern die Feuerwehr
- vor 2 Tagen
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Viel Trubel am Kammerer Gerätehaus – Kindgerechte Brandschutzerziehung
Kammer. Wie setzt man einen Notruf richtig ab? Warum tragen Feuerwehrleute Atemschutz? Und wie fühlt es sich an, einmal selbst mit einem echten Strahlrohr einen Brand zu löschen? Antworten auf all diese Fragen erhielten die Kinder der Gruppen „Blaumeisen“ und „Spatzen“ des städtischen Kindergartens Balthasar Permoser bei einem abwechslungsreichen Besuch der Freiwilligen Feuerwehr Kammer. Rund 45 Mädchen und Buben verbrachten gemeinsam mit ihren Erzieherinnen einen Vormittag voller spannender Eindrücke, praktischer Übungen und unvergesslicher Erlebnisse.
Bereits am Kindergarten wurden die Kinder von Kommandant Alois Wimmer und den Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern begrüßt. Mit dabei war natürlich auch Feuerwehrdrache Grisu, der auf spielerische Weise erklärte, welche Aufgaben die Feuerwehr übernimmt und wann sie gerufen wird. Gemeinsam wurde besprochen, wie ein Notruf funktioniert und warum es wichtig ist, in einer Notsituation Ruhe zu bewahren. Sichtlich stolz waren dabei jene Kinder, deren Väter selbst aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr leisten und den Vormittag begleiteten.
Dass jeder helfen kann, erfuhren die Kinder anschließend bei einer altersgerechten Einführung in die Erste Hilfe. Michael Strohhammer zeigte den Mädchen und Buben, wie man einer verletzten oder erkrankten Person helfen kann. Mit großem Eifer durften die Kinder selbst Pflaster kleben und machten so ihre ersten praktischen Erfahrungen als kleine Ersthelfer.
Ein besonderes Anliegen der Feuerwehr war es, den Kindern die Scheu vor Einsatzkräften in voller Schutzausrüstung zu nehmen. Schritt für Schritt legte Franz Maier die komplette Atemschutzausrüstung an und erklärte dabei jedes einzelne Ausrüstungsteil. So konnten die Kinder beobachten, wie aus einer vertrauten Person ein vollständig ausgerüsteter Atemschutzgeräteträger wird. Die Botschaft war eindeutig: Auch wenn Feuerwehrleute mit Helm, Maske und Pressluftatmer ungewohnt aussehen, steckt darunter immer ein Mensch, der helfen möchte.
Ein Höhepunkt des Tages ließ nicht lange auf sich warten. Mit den Feuerwehrfahrzeugen ging es vom Kindergarten zum Feuerwehrhaus nach Neukammer. Für viele war es die erste Fahrt in einem Feuerwehrauto – selbstverständlich mit Blaulicht und Martinshorn. Die Begeisterung der kleinen Gäste war dabei kaum zu übersehen.
Am Feuerwehrhaus angekommen, wurde der „Übungsbereich“ zunächst fachgerecht abgesichert – ganz wie bei einem echten Einsatz. Anschließend warteten mehrere Stationen darauf, von den kleinen Feuerwehrfans entdeckt zu werden.
Gemeinsam mit Thomas Mitterer und Ludwig Rieder erkundeten die Kinder die Einsatzfahrzeuge. Mit großer Neugier wurden Geräteräume geöffnet, Ausrüstungsgegenstände bestaunt und zahlreiche Fragen gestellt. Besonders die leistungsstarke Feuerlöschpumpe sowie das hydraulische Rettungsgerät beeindruckten die Mädchen und Buben.
Für staunende Gesichter sorgte auch die Wärmebildkamera. Fasziniert betrachteten die Kinder ihre eigenen Handabdrücke auf dem Bildschirm. Großen Spaß bereitete außerdem eine Rettungsübung, bei der die Erzieherinnen auf einem Rettungsbrett gesichert wurden. Gemeinsam transportierten die Kinder sie anschließend vorsichtig durch die Fahrzeughalle. Mit vereinten Kräften meisterten sie diese Aufgabe souverän und erfuhren dabei ganz nebenbei, wie wichtig Teamarbeit bei der Feuerwehr ist.
An einem warmen Sommertag durfte natürlich auch eine kleine Abkühlung nicht fehlen. Der große Überdruckbelüfter sorgte mit seinem kräftigen Luftstrom für fliegende Haare, lachende Gesichter und jede Menge Begeisterung.
Der wohl beliebteste Programmpunkt wartete jedoch am Spritzenhäuschen. Ausgerüstet mit einem echten Strahlrohr durften die Kinder selbst zum Löschangriff antreten. Thomas Huber und Irmi Gartner hatten alle Hände voll zu tun, damit jeder kleine Feuerwehrmann und jede kleine Feuerwehrfrau einmal selbst löschen konnte. Mit großem Eifer wurden die Flammen bekämpft – und dabei blieb kaum jemand trocken. Spätestens jetzt war die Begeisterung für die Feuerwehr bei allen angekommen.
Nach so vielen Eindrücken stärkten sich die Kinder gemeinsam mit den Feuerwehrdienstleistenden im Stüberl des Feuerwehrhauses. Der stellvertretende Kommandant Tobias Heigermoser freute sich über den Besuch und richtete sich mit einem Augenzwinkern an die jungen Gäste: „Wir hoffen, dass wir euch spätestens in ein paar Jahren bei unserer Jugendfeuerwehr wiedersehen. Nachwuchs können wir schließlich immer gebrauchen.“
Kindergartenleiterin Dorothee Weiß bedankte sich herzlich für die Einladung sowie den hervorragend vorbereiteten Vormittag. „Die Kinder konnten heute nicht nur viel über die Feuerwehr lernen, sondern selbst erleben, wie spannend und wichtig dieses Ehrenamt ist“, sagte sie und überreichte gemeinsam mit einigen Kindern als Dankeschön eine Tüte voller Naschereien.
Zum Abschluss wartete noch einmal ein ganz besonderer Moment auf die Mädchen und Buben. In den Feuerwehrautos ging es mit Blaulicht, Martinshorn und einem fröhlichen „Tatütata“ zurück zum Kindergarten. Zurück blieben viele leuchtende Kinderaugen, zahlreiche neue Eindrücke und vielleicht auch der Wunsch des einen oder anderen, später selbst einmal Teil der Feuerwehr zu werden.
Kommandant Alois Wimmer zeigte sich am Ende des gelungenen Vormittags sehr erfreut über das große Interesse der Kinder: „Es ist uns ein großes Anliegen, den Mädchen und Buben schon früh zu zeigen, dass die Feuerwehr weit mehr ist als Brände löschen. Sie erleben, wie wichtig Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Verantwortung sind. Gleichzeitig möchten wir ihnen die Angst vor unseren Einsatzkräften in voller Schutzausrüstung nehmen. Vielleicht wecken wir mit einem solchen Tag bei dem einen oder anderen Kind die Begeisterung für die Feuerwehr – das wäre für uns das schönste Kompliment. Denn die Feuerwehr von morgen braucht die engagierten Nachwuchskräfte von heute.“
Text/Bild: Hubert Hobmaier






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