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Vom Kammerer Circus bis zu den Rettenbacher Zwergen

  • vor 15 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Beim Fasching der Frauengemeinschaft im Gasthaus Jobst ging’s wieder hoch her


Er ist alljährlich ein Höhepunkt im heimischen Faschingsgeschehen: der Frauenfasching, den die Frauengemeinschaft Kammer seit etlichen Jahren gemeinsam mit den Röckifrauen des GTEV „Eschenwald“ Rettenbach am Faschingssonntag ausrichtet. Gute Laune und fetzige Musik gibt’s bei fast jedem Faschingsball; die phantasievollen Darbietungen der Frauengruppen aus den Ortsteilen der ehemaligen Gemeinde Kammer sind jedoch jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Das wusste schon unser legendärer Faschingsreporter Nachtlichtl, der alljährlich das Kranzl besuchte und die humorvollen Darbietungen nicht nur genoss, sondern auch für unsere Leser ausführlich beschrieb.

 

Im vollbesetzten Saal des Gasthauses Jobst begann der ganze Zirkus nach ein paar „Aufwärmrunden“ zu Musik von DJ Fred mit einem – Dorfzirkus de Luxe. Frauengemeinschaftschefin Sabine Kriegenhofer war die Circusdirektorin in der von den Kammerer Frauen aufgebauten Manege. Zu Beginn der Vorstellung ließ sie die Kammerer Lippizaner durch das Zirkusrund traben und galoppieren – nicht ganz so elegant wie in der Wiener Hofreitschule, aber deutlich wohlriechender. Es folgte Akrobatik vom Feinsten, dargeboten von der Prinzessin der Lüfte und die Gewichthebershow, bei der der Mega-Mann seine Muskeln spielen ließ. Natürlich durften auch eine Clown- und Elefantenparade nicht fehlen, ehe vor der Schlusspräsentation aller Akteure der Große Höhepunkt geboten wurde: der Sprung aus großer Höhe ins Wasser.

 

Als gekonnte Pantomimen präsentierten sich die Lüftwalchener Damen von Altmoos, die das Rad der Zeit in verschiedenen Bildern darstellten. Weil bei der Pantomime nicht gesprochen werden darf, gab es für alle Begriffsstutzigen im Publikum Erklärungen durchs Mikrofon, die manchmal gar nicht nötig gewesen wären – zum Beispiel wenn dargestellt wurde, wie man sich im Frühling plagt, den Winterspeck wegzubekommen, oder wenn man dem Herbstlaub mit dem Laubbläser zuleibe rückt.

 

Die Frauen aus Reichsberg, Neuhausen und Gerating zeigten über den Rand eines riesigen Schwimmbeckens, wie sie in mühevollen Trainingsstunden eine olympiareife Nummer als Sychnchronschwimmer einstudiert haben. Ob’s für eine Medaille bei den nächsten Spielen reichen würde, steht in den Sternen. Schließlich gaben die Rettenbacher Zwerge einen Einblick in ihre Welt, ihre kleinen Sorgen, Nöte und Freuden. Damit das hochverehrte Publikum wusste, mit wem man es zu tun hatte, nahm sich nach dem Einmarsch jeder Zwerg erst einmal seinen Bart vom Garderobenbrett und legte ihn an. Schneewittchen stellte die Zwerge mit all ihren kleinen Mängeln und Marotten vor. Da war der Gartenzwerg, der baut sein Gras selber an, damit er seinen Joint rauchen kann, oder der Miesepeter mit dem Stinkefinger oder der Selfiezwerg, der so sehr auf sein Äußeres achtet, damit seine Fotos auch wirklich gut werden

 

Ebenso reichen Beifall wie die humorvollen Darbietungen der Frauen bekam das Männerballett der DJK Kammer. Die jungen Ballbesucherinnen kreischten wie einst ihre Großmütter beim Auftritt der Beatles. Gut, dass die jungen Mädels von heute nicht wussten, dass ihre Vorfahren damals auch noch in Ohnmacht fielen, sonst hätten das Rote Kreuz und der Notarzt einen stressigen Abend bekommen. Vor dem sexy Ballett der Burschen machte noch eine Abordnung von Blau-Weiß Kammer Station bei den Frauen. Nicolas I. und Simy II. bekamen viel Beifall für ihren Prinzenwalzer und ein Mitglied  namens Finn schlüpfte in das schwarze Gewand von Schornsteinfegern. Zur Musik aus dem Musicalfilm Mary Poppins tanzten sie als Kaminkehrer und Glücksbringer, denn: Glück für die Zukunft wünscht sich jeder. Man sollte diese aber nicht so schwarz sehen wie einst Karl Valentin, der schon vor vielen Jahrzehnten festgestellt hat, dass die Zukunft früher auch besser war…


Text/Bild: Klaus Oberkandler


Zwerge sind auch nur Menschen – das konnte man bei der Vorstellung der Rettenbacher Zwerge im Rahmen des Frauenfaschings im Gasthaus Jobst feststellen.


 
 
 

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