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Bürgerversammlung: „Alles neu macht der Oktober“

vor 4 Minuten
4 Min. Lesezeit

Volles Haus beim Termin in Kammer – Neues Format sorgt für Gesprächsstoff


Kammer. „Gemeinsam stark. Gemeinsam voraus.“ Unter diesem Leitgedanken hatte die Stadt Traunstein in diesem Jahr zu ihren Bürgerversammlungen eingeladen und zugleich ein neues Veranstaltungsformat eingeführt. Rund 100 Interessierte folgten der Einladung in die Mensa der Grundschule Kammer. Eröffnet wurde die Versammlung von Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer, der in einem kurzen Vortrag aktuelle Entwicklungen aufgriff und insgesamt eine positive Bilanz für die Stadt ziehen konnte. Anschließend boten mehrere Informationsstände Gelegenheit, direkt mit den Mitarbeitern der Stadt ins Gespräch zu kommen. Das neue Format stieß bei den Teilnehmern allerdings auf ein geteiltes Echo.


„Wir haben uns heute im frisch renovierten alten Schulhaus versammelt“, freute sich der Oberbürgermeister bei seiner Begrüßung. Dies sei nur eine von mehreren positiven Entwicklungen der vergangenen Zeit. Insgesamt habe sich die Stadt erfreulich entwickelt. Besonders hob Christian Hümmer die gute Auslastung der neuen Turnhalle hervor, die von der Bevölkerung bestens angenommen werde. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, „ihr Kammerer seid nicht nur im Dorfleben sehr engagiert, sondern vermutlich mittlerweile auch die sportlichsten und fittesten Stadtbewohner.“


Glasfaserausbau und gemeinschaftliches Engagement

Derzeit laufen im Ortsgebiet die Grabungsarbeiten für den Breitbandausbau. Nach und nach werden Kabel verlegt, um Haushalten und Betrieben einen Glasfaseranschluss zu ermöglichen und damit künftig schnelles Internet bereitzustellen.


Zugleich lobte der Oberbürgermeister die Bürger aus Kammer und Rettenbach für ihre pragmatische Herangehensweise. Sie seien stets bereit, unkomplizierte Lösungen zu finden und selbst mit anzupacken, um Verbesserungen zu verwirklichen. Als Beispiel nannte er die Schaffung eines eigenen Festplatzes, auf dem künftig größere Feste und Jubiläen gefeiert werden können. Viele Bürger hatten sich gemeinsam mit den Ortsvereinen mit Arbeitsleistungen eingebracht. Die Stadt und die Vereine teilten sich die Kosten.


„Den Auftakt am neuen Festplatz machen im kommenden Jahr die Rettenbacher Trachtler, die dort vom 30. April bis zum 6. Mai ihr 100-jähriges Bestehen feiern“, erklärte Christian Hümmer. Auch die Feuerwehr Kammer werde sich im Rahmen der Festwoche beteiligen und unter anderem am letzten Festtag ihr Hanomag- und Schleppertreffen veranstalten.


Ein weiteres gelungenes Beispiel für gemeinschaftliches Engagement sei ein Projekt, das zusammen mit der Pfarrei umgesetzt werden konnte. „In einer Gemeinschaftsaktion konnte am Pfarrheim eine Fläche befestigt und gepflastert werden“, berichtete das Stadtoberhaupt. Davon profitiere nicht nur die Pfarrei. Auch Schulkinder hätten nun einen befestigten und geschützteren Wartebereich für den Bus. Zahlreiche Helfer rund um Alois Gartner hatten die Pflasterarbeiten übernommen. Die Stadt stellte Maschinen zur Verfügung und trug die Materialkosten.


Gasthaus Jobst als wichtiger Treffpunkt

Christian Hümmer betonte außerdem die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Vertretern des Dorfentwicklungsvereins Kammer-Rettenbach und würdigte insbesondere die wichtige Sprachrohrfunktion für die Menschen im Dorf. Bei den Gesprächen seien bereits mehrere Themen auf den Tisch gekommen, denen man sich in der nächsten Zeit annehmen werde.

„Ich weiß, dass euch insbesondere die Verkehrssituation und dabei vor allem der Schwerverkehr unter den Nägeln brennt. Dazu waren wir bereits in einem guten Austausch und wollen hier auch an einer Verbesserung der Situation arbeiten“, sagte der Oberbürgermeister und griff zugleich ein weiteres aktuelles Thema auf. Die Zukunft des Gasthauses Jobst in Rettenbach.


Die Stadt Traunstein habe die Immobilie zum Kauf angeboten bekommen. „Leider kann ich derzeit dazu noch nicht viel sagen, weil wir uns in Verhandlungen befinden und für alle Beteiligten ein gutes Ergebnis erzielen wollen“, erklärte das Stadtoberhaupt. Fest steht, dass sowohl die Stadt als auch die Eigentümerfamilie rund um Benno Jobst daran interessiert seien, dass das Gebäude weiterhin dem Dorf und darüber hinaus als Begegnungsstätte und gesellschaftlicher Treffpunkt zur Verfügung stehe.


Das Gasthaus verfügt unter anderem über einen Saal mit Platz für bis zu 300 Menschen, was weit und breit durchaus ein Alleinstellungsmerkmal darstellt. In den vergangenen Jahrzehnten war der Saal häufig für viele größere Veranstaltungen angefangen bei Hochzeiten bis hin zu Firmenfeiern und Versammlungen aus der gesamten Region genutzt worden. Zudem ist es die Heimat mehrerer Ortsvereine, darunter der Trachtenverein und die Faschingsfreunde Blau-Weiss Kammer. Sie nutzen die Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen, etwa für Theateraufführungen oder den über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Blau-Weiss-Ball.


Positive Entwicklung der Gesamtstadt

In seiner Ansprache richtete Dr. Christian Hümmer den Blick auch auf die Gesamtstadt. Insbesondere bei den Gewerbesteuereinnahmen habe es in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung gegeben. Zugleich verwies er auf eine solide und verantwortungsvolle Finanzwirtschaft.


„All dies ist aber nicht ohne eine fleißige Bürgerschaft möglich“, betonte der Oberbürgermeister und dankte allen, die sich zum Wohl der Stadt engagieren. Gleichzeitig mahnte er, die eigenen Wurzeln nicht aus den Augen zu verlieren und die weitere Entwicklung mit Augenmaß voranzutreiben.

Zum Abschluss zeigte sich Christian Hümmer zuversichtlich: „Wir brauchen also derzeit keine Zukunftsangst zu haben. Wenn wir uns weiterhin gemeinsam für die Weiterentwicklung unserer Stadt einsetzen, dürfen wir wirklich sehr positiv in die Zukunft blicken.“


Seinen Dank richtete er auch an den Elternbeirat der Schule, dessen Vertreter sich um die Verpflegung der Teilnehmer gekümmert hatten. Darüber hinaus würdigte er die Mitarbeiter der Stadt, die im Anschluss an den Vortrag an den Informationsständen für Fragen zur Verfügung standen.


Neues Format mit unterschiedlichen Reaktionen

Das neue Veranstaltungsformat sorgte im Nachgang der Bürgerversammlung für unterschiedliche Reaktionen. Die Meinungen reichten von deutlicher Skepsis bis hin zu großer Zustimmung.


„Das ist überhaupt nichts für mich. Ich möchte dazu beim Wirt ein Schnitzel essen beziehungsweise ein Bier trinken und in eineinhalb Stunden alles Aktuelle aus der Stadt präsentiert bekommen“, lautete eine kritische Stimme. Andere sprachen sich für einen Mittelweg aus: „Vielleicht ist ein etwas längerer Vortrag mit einer öffentlichen Fragerunde und der Möglichkeit zum persönlichen Gespräch mit den Vertretern der Verwaltung das Beste.“


Daneben gab es auch ausdrücklich positive Rückmeldungen: „Das ist ein Topformat, bei dem ich genau mit dem Vertreter sprechen konnte, den ich für mein Anliegen gebraucht habe.“


Festzuhalten bleibt, dass die vorbereiteten Informationsstände in der Mensa insgesamt gut besucht waren. Auch unter den Teilnehmern entwickelte sich ein reger Austausch. Damit bot die Veranstaltung neben der Information über aktuelle Entwicklungen vor allem Gelegenheit für persönliche Gespräche zwischen Bürgerschaft und Stadtverwaltung.


Ein weiterer Bericht mit verschiedenen Anfragen aus der Bürgerversammlung folgt.


Text/Bild: Hubert Hobmaier



 
 
 

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